First Steps...

Das spiel mit dem Nebel

Hallo zusammen und herzlich Willkommen bei meinem ersten Blog.

 

Ja das hier ist tatsächlich mein aller erster Blogbeitrag, diejenigen die mich auch von Facebook her kennen wissen Bescheid ;-)

 

Als der Entscheid stand, dass ich zukünftig die eine oder andere Geschichte hier erzählen werde, hatte ich das erste Thema schon so gut wie festgelegt.

Was könnte es anderes sein, als die widrigen Momente in denen man planlos im Nebel herumsteht und einem wahrlich die Sicht fehlt..

 

Nun wie kommt es aber genau zu diesen speziellen Momenten???

Wie ihr sicher alle wisst, gibt es für einen Fotografen nichts "schlimmeres", als strahlend blauen Himmel und absolut keine Wolken. Also plant man bei strahlendem Sonnenschein eher keine Touren, es sei denn wolkenlos ist erwünscht, was aber nur bei speziellen Projekten der Fall ist.

Logischerweise legt man das Risiko auch nicht so hoch, dass man sich bei erhöhter Gewittergefahr auf macht, um auf 2000m sein Biwak ein zu richten. So bleiben alles in allem, gar nicht mehr allzu viele Wochenenden an denen alles passen könnte und genau dort stehe ich dann jeweils in den Startlöchern ;-)

 

 

Nachfolgend ein paar Impressionen aus der grauen Zwischenwelt...

Nun ja was soll ich sagen, mittlerweile sehe ich die ganze Sache mit dem Wetter etwas anders...

Viel zu oft war es auf den Touren dann doch praktisch wolkenlos und das Licht meist nicht sehr vorteilhaft. Deshalb versuche ich inzwischen vermehrt an die Grenzen zu kommen und probiere das Wetter besser zu verstehen und auch, soweit es geht, selber vorherzusagen. Natürlich braucht das seine Zeit und vor allem Erfahrung, die ich noch sammeln muss. 

Gerade in Verbindung zum Nebel gestaltet es sich aber besonders schwierig, auf irgendeine Art und Weise etwas vorherzusehen und die Chance, dass man ohne Bild nach Hause kommt ist relativ hoch.

 

Bis jetzt hatte ich zwar meistens ein riesen Glück und es ergaben sich einmalige und unvergessliche Momente, als der Nebel zu tanzen begann...

 

 

Dazu habe ich eine kleine Geschichte, die relativ aktuell ist und einiges nicht ganz so nach Plan lief, nicht nur mit dem Wetter...

Die angestrebte Location steht seit gut einem Jahr auf dem Programm und seit da warte ich auf den geeigneten Moment, in dem die Tour endlich durchziehen kann.

Grundsätzlich gehe ich nicht gerne kurzfristig auf solch grosse Touren, nicht so bei dieser...

Aufgrund einiger Zufälle konnte ich plötzlich unter der Woche etwas grösseres unternehmen und das Wetter schien perfekt in der Zielregion. Den ganzen Vortag beobachtete ich die Wetterberichte und schätzte ab, ob sich ein Versuch lohnt oder nicht. Noch unentschlossen kontrollierte ich am nächsten Morgen erneut die Berichte um mir sicher zu sein... und ja alles sollte perfekt passen!

 

Gut. Die Vorfreude war natürlich riesig und so ging die Packerei los. Alles Fotoequipment war, wie immer, griffbereit und bereits im Rucksack verstaut. Da ich einen mehrstündigen strengen Aufstieg vor mir hatte, der grösste Teil ohne gekennzeichnete Wanderwege, war schon im Voraus klar, dass die Tour nur mit Biwakieren möglich ist.

 

Also, dann noch dieses ganze Material eingepackt: Essen, Kocher, Kleider, Zelt usw. alles schön verstaut und los ging es. Nach einer angenehmen und etwas abenteuerlichen Autofahrt ging es zu Fuss weiter. Die erste Stunde auf der Kiesstrasse ging recht flott rum und einige Höhenmeter konnte ich auch schon hinter mir lassen.

Kurz vor Ende dieses Weges zog ich die obligatorische Stärkungspause ein und schaute auf der Karte nochmal nach dem Weg. Genau als ich den Rucksack öffnete befiel mich ein mulmiges Gefühl und plötzlich zweifelte ich daran,  die Heringe eingepackt zu haben...

Also alles nochmal auseinander gerissen und siehe da, die Herringe sind mit von der Partie! Phuu nochmal Glück gehabt, jaja....

 

So ging die Wanderung weiter und weiter und weiter und das  anstrengende 3 Stunden. Freude herrscht ;-)

 

 

Wie man oben schön sehen kann, ist nirgends auch nur ansatzweise ein Weg auszumachen. Das machte die ganze Sache um einiges spannender, aber vor allem auch viel anstrengender, zumal das Gelände auch noch stetig steiler wurde.

Aber das soll kein Gejammer sein, denn ich wusste ja in etwa schon zuvor was mich erwartet. 

Endlich oben angekommen, konnte ich die Schönheit dieses Ortes kaum fassen und musste die Aussicht erst einmal auf mich wirken lassen...

 

Ist ja alles schön und gut, aber demnächst sollte das Zelt mal stehen und der Hunger meldet sich auch langsam. Zielsicher packte ich die Einzelteile aus und begann sogleich mit dem aufstellen. Naja, zumindest solange bis ich merkte dass da was fehlte :-| 

Nein, nicht die Heringe waren es die ich vor lauter Vorfreude habe liegen lassen, es waren gleich die alle Zeltstangen! Na super, auf gut 2000m ohne Zeltstangen und in der Nacht sollte es Minusgrade geben, was wünscht man sich mehr?

 

Es kam noch besser...

 

Schon etwas am "rudern", kam dann auch noch ein Jäger vorbei und machte mich, nicht gerade charmant, auf die aktuelle Hochjagd aufmerksam.

Ok zugegeben, das war wirklich ein Fehler meinerseits. Diverse Dinge hatte ich zuvor schon abgeklärt, aber die Jagdsaison abzuchecken ging völlig an mir vorbei, das wird mir zukünftig aber sicher nicht mehr passieren...

 

Irgendwie wurden wir uns dann doch noch einig, und ich konnte mein Zelt an einem etwas versteckten Platz aufstellen und "musste" nicht zurück ins Tal.

"Müssen" ist ja relativ, aber wenn das jemand mit einer Waffe sagt klingt es doch gleich etwas eindrucksvoller  ;-)

 

Seisdrum. Das Problem der Zeltstangen hatte sich in der Zwischenzeit aber immer noch nicht gelöst. 

Gottseidank gab es da oben eine kleine Schäferhütte, bei der alte Holzbalken herum lagen. Dass ich mit Stöcken wandere, hat sich dieses Mal zusätzlich ausgezahlt und mit ein paar kreativen Ideen, ergab sich doch eine ganz passable Lösung.

Aber seht selbst... 

Gut, der Schlaf blieb dann trotzdem bei so gut wie null, denn der Vollmond erhellte die ganze Landschaft dermassen, dass es schwer war ein Auge zu zu bekommen. Immerhin, dachte ich mir, der Nebel der am Abend alles einhüllte ist verschwunden und einem schönen Morgen steht nichts mehr im Wege. 

So zumindest in der Theorie...

 

Aufgestanden wie immer, schon lange vor Sonnenaufgang, damit man auch ja nichts verpasst und das Mondlicht noch ein wenig nützen kann. So war es dann auch und es entstanden ein paar schöne Bilder schon bevor der Tag erwachte. 

Doch dann, noch einige Zeit bevor die Sonne kommen sollte, hob sich das Nebelmeer an und ich stand wie am Abend im grauen Nichts. Innerlich freute ich mich auch ein wenig darüber, denn ein Sonnenaufgang an der Nebelobergrenze kann wirklich spezielle Bilder geben. Da sich der Nebel aber nicht wirklich einschätzen lässt, war die Chance 50/50, dass er zur richtigen Zeit wieder etwas herunter kommt. Dieses Mal mit dem Glück auf meiner Seite, senkte sich der Nebel nach etwa einer Stunde wieder und machte der Sonne den Platz frei. 

(Dieser Umstand kommt vermutlich daher,  weil kurz vor Sonnenaufgang die Temperaturen um ein paar Grad sinken und sich der Nebel bei kalten Temperaturen absenkt. Aber ich bin kein Meteorologe und das ist meine subjektive Schlussfolgerung, wieso es an diesem Morgen geklappt hat.)

 

Durchfroren von dem nasskalten Wind der mir ständig um die Ohren zog, spurtete ich zu dem Vordergrund der mir schon am Vortag ins Auge stach und begann meine Bilder zu machen.

 

Im Anschluss möchte ich euch eine kleine Auswahl zeigen...

(Bild 1+5 entstanden in den kurzen lichteren Momenten am Abend)

Seit letztem Sommer bin ich sehr viel mit Christoph Zeegers unterwegs und es hat sich eine gute Freundschaft ergeben. Ich bin wirklich froh, haben wir uns damals am Stellisee kennen gelernt. Danke dir vielmals für die Touren die schon hinter uns liegen und die hoffentlich vielen, die noch vor uns liegen ;-)

 

Auf einigen Touren hatten wir genau solche Bedingungen und die Zuversicht auf Erfolg, lag manchmal nicht allzu hoch. Aber eben, zwischen ratlos im Nebel stehen und die genialste Stimmung erleben, liegt oftmals nicht allzu viel...

 

Zum Abschluss meines ersten Blogs, möchte ich euch noch weitere Bilder von anderen Touren zeigen, in denen uns/mich der Nebel teils fest im Griff hatte. 

 

Das Gesicht des Nebels ist sehr vielseitig. Einmal stiehlt er dir die Sicht, das andere Mal bedeckt er die Berggipfel und im angenehmsten Fall beschert er dir noch Schnee und Regen. Bleiben wir aber bei den Momenten, die mich als Landschaftsfotograf immer wieder aufs Neue in die Berge ziehen.

 

Aber seht selbst und zögert nicht eure Meinung in den Kommentaren zu hinterlassen!

 

Ich hoffe sehr der Beitrag hat euch gefallen und hat einen kleinen Einblick in meine Arbeit gegeben.

Es werden bestimmt weitere folgen...

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Kommentare: 5
  • #1

    Roger Hirt (Montag, 09 Oktober 2017 17:46)

    Hallo Lukas. Für den ersten Blogeintrag eine richtig tolle Geschichte, dich ich nur allzu gut nachvollziehen kann. Man ist sich lange Zeit nicht sicher ob wirklich alles passt. Plötzlich entscheidet man in der Hecktik doch dafür. So bleibt die Vorbereitungszeit etwas auf der Strecke. Aber es sind ja die "kleinen" Abenteuer die das Leben spannend machen. Mach weiter so!!

    P.S. Die Fotos sind übrigens auch hammermässig geworden!! :-)

    Gruess Roger

  • #2

    Hans Schärer (Dienstag, 10 Oktober 2017 22:23)

    Hoi Lukas, habe mit Spannung auf deinen Blog gewartet. Solche Geschichten sind spannend zu lesen, weil man sich darin selbst etwas findet. Es macht Mut, zu sehen dass man nicht zu schnell aufzugeben soll, auch wenn die Umstände einem manchmal extrem widrig erscheinen. Deine tollen Fotos zeugen ja davon. Ich wünsche dir alles Gute auf deinen zukünftigen Abenteuern!
    Gruss, Hans

  • #3

    Lukas Moesch (Freitag, 13 Oktober 2017 16:00)

    Hallo Roger

    Herzlichen Dank, es freut mich sehr wenn dir der Beitrag gefallen hat!!
    Ja die Vorbereitungszeit fällt in so Situationen echt kurz aus, aber gerade deshalb bin ich gerne genug früh am Ort und suche schon meine Bildausschnitte. Wobei meist kommt dann trotzdem alles anders...
    ich werde mir Mühe geben, aber es hat durchaus noch Luft nach oben ;-)

    Gruess Lukas

  • #4

    Lukas Moesch (Freitag, 13 Oktober 2017 16:03)

    Hoi Hans

    Haha, ich dachte genau deshalb bringe ich mal eine solche Geschichte, dass man sieht es läuft auch bei mir nicht immer alles rund ;-)
    Aber es ist wirklich toll auch mal mit solchen Situationen konfrontiert zu werden, man schätzt es danach viel mehr wenn alles perfekt ist...
    Vielen Dank und auch dir weiterhin gut Licht.

    Gruess Lukas

  • #5

    Sabrina (Samstag, 14 Oktober 2017 16:08)

    Hoi Lukas:)
    Han din Blog Itrag glese isch mega spannend gsi! En Kolleg vu mir verzellt mir au immer vu so Sache da hani denkt lesi mol wa du so machsch, finds super wiiter so!! :) Isch immer schön wemmer so e Liedeschaft für öbis gfunde het & dedurch Lüt kennelernt wo's glich gaht da isch den immer so e spezielli Verbindig & goldwert findi.
    Lg Sabrina vum Badminton (: